Rejection Sensitive Dysphoria#

Rejection Sensitive Dysphoria (RSD) ist kein offiziell anerkannter medizinischer Begriff, sondern beschreibt ein Phänomen, das bei vielen Menschen mit ADHS auftritt. Es handelt sich dabei um eine extreme Empfindlichkeit gegenüber wahrgenommener oder tatsächlicher Ablehnung, Kritik oder Misserfolg.

Reaktion#

Ich reagiere mit extremem emotionalem Schmerz auf Situationen, in denen ich das Gefühl habe, abgelehnt oder kritisiert zu werden. Das können auch komplett sachliche Kritik sein, die von anderen Menschen gar nicht als Ablehnung gemeint ist.

Diese Reaktionen können so intensiv sein, dass sie meinen Alltag erheblich beeinträchtigen.

Andere reagieren mit Wut, Schwam oder Verzweiflung auf ähnliche Situationen.

Herkunft#

Auch wenn RSD kein ADHS Kernaspekt ist, wird es doch stark mit ADHS in Verbindung gebracht. Stark verbunden mit emotionaler Dysregulation, Frustrationstoleranz und Ungeduld. Kernaspekten von ADHS.

Meine Theorie, warum RSD so intensiv bei ADHS auftritt:

  1. Filterschwäche:

    • Bei ADHS haben wir oft Schwierigkeiten mit Filtern.
    • Wir nehmen mehr Reize wahr als andere Menschen – oder filtern sie weniger.
    • Nun ist vielleicht in einer E-Mail oder einem Gespräch eine kritische Bemerkung enthalten.
    • Oder ein Mimik-Ausdruck, der Unsicherheit oder Kritik andeutet.
    • Neurotypischen Menschen bemerken das vielleicht nicht einmal – für unsereins ist sie absolut unübersehbar.
  2. Regelungsprobleme:

    • Oft kommen wir ADHSler auch mit der Regulation unserer Emotionen nicht so gut klar.
    • Wenn wir also eine kritische Bemerkung wahrnehmen, fällt es uns schwer, diese Emotionen zu regulieren.
    • Wir können uns nur schwer beruhigen oder die Emotionen in einen Kontext setzen.
  3. Negative Selbstwahrnehmung:

    • Viele Menschen mit ADHS haben eine negative Selbstwahrnehmung entwickelt, oft durch jahrelange Erfahrungen von Misserfolg oder Ablehnung.
    • In Schulalltag, durch Eltern oder in anderen sozialen Kontexten haben wir unzählige Male Dinge wie “Stell dich nicht so an”, “Reiß dich zusammen” oder “Das hast du doch nur vergessen, weil du faul bist” gehört.
    • Dadurch sind wir besonders anfällig für das Gefühl, abgelehnt oder kritisiert zu werden.

Durch all diese Faktoren kann RSD bei Menschen mit ADHS besonders intensiv ausgeprägt sein.

Hier glaube ich, dass vor allem Therapie und Selbstakzeptanz helfen können, um besser mit RSD umzugehen.