Anfangen-Blockade#

Blockade durch Überforderung#

Blockaden entstehen oft durch Überforderung. Wenn eine Aufgabe zu groß oder komplex erscheint, kann dies dazu führen, dass ich erst gar nicht mit etwas beginne.

Beispiel für Anfangen-Blockade#

Ich möchte gerne meine Wohnung aufräumen, aber der Gedanke an die Menge an Arbeit, die erledigt werden muss, überwältigt mich so sehr, dass ich mich lieber ablenke und etwas anderes mache. Oder noch extremer: Ich stehe inder Wohnung und starre die Wand an, weil ich nicht weiß, wie ich anfangen soll.

Anerkennung der Schwierigkeiten#

Hier ist für mich ganz wichtig zu anzuerkennen: Ich bin nicht faul oder unmotiviert. Mein Gehirn hat einfach Schwierigkeiten, mit dieser Überforderung umzugehen. Selbst wenn ich sie nicht als solche benennen kann.

Wäre ich “einfach nur faul”, könnte ich mich ja theoretisch zwingen, etwas zu tun. Oder statt aufzuräumen, könnte ich ja auch etwas schönes machen, was mir aktiv Spaß macht. Aber das mache ich ja nicht - ich blockiere.

Das ist dann nicht nur extrem anstregend und unangenehm, sondern ich bin danach oft frustriert, müde und schäme mich, weil ich es nicht geschafft habe. Praktisch eine Lose-Lose Situation.

Strategien gegen die Anfangen-Blockade#

Mir selbst hilft es oft, die Aufgabe in kleinere, überschaubare Schritte zu unterteilen. Anstatt “Wohnung aufräumen” als eine große Aufgabe zu sehen, kann ich mir vornehmen, nur den Schreibtisch aufzuräumen oder nur die Kleidung zu sortieren. Und selbst das ist manchmal zu groß.

“Papiermüll entsorgen” ist eine konkrete, kleine Aufgabe, die ich schaffen kann.

Hier helfen mir manchmal auch Werkzeuge wie Goblin Tools , die Aufgaben in winzige Schritte zerlegen können.

Manch einem mögen solche kleinen Schritte lächerlich erscheinen oder gar frustrierend klein. Aber für mich sind sie oft der einzige Weg, um überhaupt ins Tun zu kommen. Und hey: Wenn es funktioniert, ist es doch super!

Ein anderer Trick ist es, mir eine feste Zeit oder kleinen Rahmen zu setzen, z.B.

  • “Ich räume jetzt 5 Minuten lang auf”.
  • “Ich lese jetzt eine Seite von dem Bericht”
  • “Ich öffne einen der zehn Briefe, die ich beantworten muss”.

Oft fällt es mir leichter, mich für eine kurze Zeit zu motivieren, und wenn die Zeit vorbei ist, kann ich entscheiden, ob ich weitermachen möchte oder nicht.

Das lustige daran: Oft ist es so, dass ich, wenn ich erst einmal angefangen habe, gar nicht mehr aufhören möchte. Der Anfang ist oft der schwierigste Teil.

Jedoch: Desto abstrakter die Aufgabe (z.B. Steuererklärung machen), desto schwieriger ist es für mich, überhaupt anzufangen - selbst mit diesen Strategien.